Digitalisierung klingt nach Zürich, nach Startups, nach grossen Konzernen. Aber gerade für Randregionen ist sie eine der grössten Chancen. Denn digitale Technologien sind nicht an einen Standort gebunden. Sie funktionieren in Ilanz genauso wie in Zürich.


Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Bündner Bauunternehmen. Auftragsabwicklung, Rapporte, Nachkalkulation – alles lief über Papier und Excel. Gemeinsam haben wir die Prozesse digitalisiert und Routinetätigkeiten automatisiert. Das Ergebnis: Die Fachleute verbringen ihre Zeit wieder auf der Baustelle statt am Schreibtisch.

Das ist keine Zukunftsmusik. Das passiert jetzt – auch hier in der Surselva.

KI: allen zugänglich, auch uns

Künstliche Intelligenz verändert, wie wir arbeiten. Das Entscheidende: In der jetzigen Phase ist diese Technologie allen zugänglich. Ein KMU in Ilanz hat denselben Zugang wie ein Konzern in Zürich. Wer jetzt handelt, verschafft sich einen Vorsprung.

Die Bündnerinnen und Bündner sind offen. Das Interesse ist gross. Aber bei der Umsetzung werden noch nicht alle Potenziale ausgeschöpft. Und es gibt berechtigte Bedenken – beim Datenschutz etwa. Digitalisierung und KI müssen sinnvoll und mit Verstand eingesetzt werden. Aber was sinnvoll ist, sollten wir nicht aus Angst verpassen.

Digitale Verwaltung: meine zentrale Forderung

Was für Unternehmen gilt, gilt erst recht für unsere Gemeinden und den Kanton. Hier liegt aus meiner Sicht der grösste Hebel.

Heute wandern Baubewilligungen als Papierstapel zwischen Ämtern hin und her. Wer eine Auskunft braucht, muss während der Bürozeiten am Schalter erscheinen. Formulare werden von Hand ausgefüllt, abgetippt, weitergeleitet, nochmals abgetippt. Das kostet Zeit – den Bürgerinnen und Bürgern, den Unternehmen, und den Verwaltungsangestellten selbst.

Dabei geht es nicht darum, den persönlichen Kontakt abzuschaffen. Es geht darum, Routinearbeit zu automatisieren, damit die Verwaltung mehr Zeit hat für das, was wirklich zählt: zuhören, beraten, Lösungen finden. Eine digitale Gemeinde ist keine unpersönliche Gemeinde – im Gegenteil.

Dafür braucht es zwei Dinge:

Erstens: Der Kanton muss bei der digitalen Transformation vorangehen. Durchgängig digitale Prozesse – vom Antrag bis zum Entscheid, ohne Medienbruch. Gemeinsame Plattformen statt Insellösungen. Wenn der Kanton es vormacht, profitieren alle.

Zweitens: Die Gemeinden brauchen Rahmenbedingungen – und den Anspruch, Fortschritte im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu realisieren. Online-Schalter für Umzugsmeldungen, Bewilligungen, Bescheinigungen. Nicht als Kür, sondern als Standard. Die Instrumente dafür existieren – was jetzt fehlt, ist der politische Wille, die Umsetzung konsequent einzufordern.


Was es dafür braucht

All das steht und fällt mit der Infrastruktur. Die Internetabdeckung im Wahlkreis ist gut, aber die Bandbreite muss weiter steigen. Im Grossen Rat will ich mich einsetzen für: